18. September 2026

Rückblick — Tag der offenen Tür

Am Sonntag, den 13. September 2026, öffneten wir, das Göttinger Symphonieorchester, unsere Türen und luden große und kleine Besucher:innen dazu ein, das Orchester einmal aus nächster Nähe zu erleben. Zwischen Instrumentenvorstellungen, Mitmachaktionen, Kammermusik und zwei Konzerten gab es viel zu entdecken.

Schon am Vormittag konnten die ersten Gäste kreativ werden und Kastagnetten aus Pappkarton und Kronkorken basteln. Wer anschließend selbst einmal ein Instrument in die Hand nehmen wollte, hatte bei den Instrumentenvorstellungen reichlich Gelegenheit dazu. Unsere Musiker:innen stellten ihre Instrumente vor, erklärten ihre Funktionsweise und erzählten von ihrem Alltag im Orchester.

Ein Kleinkind wird hochgehoben, um auf eine Pauke schlagen zu können. Es hält Filzschlägel in der Hand.Im Probensaal stand zunächst das Schlagwerk im Mittelpunkt. Elliott Gaston-Ross und Johannes Karl stellten unter anderem Pauken, Glockenspiel und Xylophon vor und machten deutlich, wie vielfältig die Welt der Schlaginstrumente ist. Manchmal musste dafür allerdings ein wenig nachgeholfen werden: Die Kleinsten waren teilweise kleiner als die Pauken, sodass sie erst hochgehoben werden mussten, bevor sie selbst darauf spielen konnten.

Julia von Niswandt steht vor einer Besucherin, welche auf einer Geige spielt.Ein Raum weiter ging es um die Streicher. Julia von Niswandt und Jordi Herrera Roca erklärten die Rolle der Geige im Orchester und zeigten, wie unterschiedlich ein Ton entstehen kann, durch Zupfen oder Streichen. Dabei konnten die Besucherinnen und Besucher auch selbst Hand anlegen und bekamen Tipps zur Haltung von Händen und Bogen.

Gabriele Riccucci hilft einem Kleinkind den Cello-Bogen zu halten und eine Seite anzuspielen. Die Mutter des Kindes sitzt daneben und hält das Instrument zusätzlich fest.Auch beim Cello gab es Gelegenheit zum Ausprobieren. Gabriele Riccucci stellte sein Instrument vor und beantwortete Fragen. Für eine kleine Besucherin war die Begegnung mit dem großen Cello dabei besonders spannend: Sie spielt selbst Cello, bislang allerdings auf einem halben Instrument. An diesem Tag durfte sie zum ersten Mal ein 4/4-Cello ausprobieren.

Helmut Pöhner gibt einem Jungen Tipps, wie er der Trompete erst Töne entlocken kann.Die Welt der Blechblasinstrumente sorgte ebenfalls für neugierige Gesichter. Trompeter Helmut Pöhner hatte gleich mehrere Instrumente mitgebracht. Neben der in deutschen Orchestern üblichen B-Trompete konnten die Besucherinnen und Besucher eine Piccolo-Trompete und eine Barocktrompete kennenlernen. Letztere, auch Clarintrompete genannt, gehört zu den Naturtrompeten und besitzt noch keine Ventile. Die unterschiedlichen Tonhöhen werden hier allein durch den Mundansatz und Luft beeinflusst.

Max Lötzsch hält das Mundstück einer Querflöte. Ein kleines Mädchen versucht darauf Töne zu erzeugen.Bei der Flötenvorstellung wurde es ebenfalls praktisch. Flötist Max Lötzsch zeigte, wie sich mit dem Instrument unterschiedliche Tiere darstellen lassen, bevor die Besucherinnen und Besucher selbst versuchen durften, einen Ton hervorzubringen. Das war für viele eine kleine Herausforderung, schließlich braucht es etwas Übung, bis der erste Ton erklingt. „Wie schnell man am Anfang den Ton bekommt, hat nichts damit zu tun, wie man später spielt“, erklärte Max.

Einen besonderen Einblick in die Welt der Holzblasinstrumente gab es bei der Oboe. Neben einer musikalischen Demonstration wurde den Gästen die Zirkularatmung vorgestellt. Anschließend bestand die Möglichkeit selbst ein Doppelrohrblatt aus einem Plastikstrohhalm zu basteln. So wurde nicht nur hörbar, sondern auch ganz praktisch erfahrbar, was hinter dem Klang der Oboe steckt.

Natürlich durfte auch die Musik selbst nicht fehlen. Unter dem Titel „In 80 Takten um die Welt“ nahm das Orchester unter der Leitung von Nicholas Milton das Publikum zweimal mit auf eine musikalische Reise. Auf dem Programm standen Werke von Johannes Brahms, Georges Bizet, Edvard Grieg, Antonín Dvořák, Gioachino Rossini, Klaus Badelt, Leroy Anderson und Jacques Offenbach. Von Brahms’ „Ungarischem Tanz Nr. 5“ über die „Carmen“-Suite, Griegs „In der Halle des Bergkönigs“ und Dvořáks „Slawischen Tanz“ bis hin zu „Pirates of the Caribbean“, „Sleigh Ride“, „Blue Tango“ und dem berühmten Cancan aus „Orpheus in der Unterwelt“ führte die Reise quer durch unterschiedliche musikalische Welten.

Das Göttinger Symphonieorchester im Probensaal. Nicholas Milton dirigiert.Das Göttinger Symphonieorchester im Probensaal. Nicholas Milton dirigiert. In Vordergrund sitzen Kinder auf dem Boden, sehr nah an den Orchestermusikern.Das Orchester verneigt sich.

Zwischen den beiden Orchesterkonzerten gab es außerdem Kammermusik zu hören. Ein Viola-Duo zeigte, wie viel musikalische Vielfalt auch mit nur zwei Instrumenten möglich ist.

Abseits der Musik war auch für das leibliche Wohl gesorgt: Es wurde gegrillt, Getränke waren erhältlich und es wartete sogar ein Eiswagen auf die Besucher:innen.

Wir bedanken uns bei allen Besucher:innen, die diesen Tag mit ihrer Neugier und Begeisterung dabei waren und freuen uns darauf, nächstes Jahr wieder die Türen zu öffnen!

 

     Trotz des Regens wird tapfer gegrillt. Ein Mann mit Regenjacke wendet Grillgut auf dem Rost.   Ein Kind versucht sich am Trompete spielen. Der Vater hilft ihr dabei.