Das Streichquartett – die Krone der Kammermusik. Das mit herausragenden Musiker:innen aus den GSO-Reihen besetzte Gauss-Quartett Göttingen nimmt sich zwei Werke vor, die einen perfekten Einblick in die Geschichte dieser beliebten Gattung bieten. Joseph Haydn, als junger Mann selbst Bratschist in einem Hausquartett, schuf bekanntlich unzählige Werke für diese Besetzung – das B-Dur-Streichquartett mit der vielsagenden Opusnummer 1,1 zählt sicher zu den klarsten und feinsten Exemplaren aus der Wiener Klassik. Mehr als 100 Jahre später brachte Edvard Grieg das erste von zwei Streichquartetten zu Papier – der Kontrast zu Haydn ist deutlich. Oder wie Grieg selbst meinte: Sein Werk sei nicht „als Trivialität für schlichte Gemüter“ gedacht, sondern ziele auf einen „Flug der Fantasie“.