Symbolisierte ausgerechnet Gustav Mahlers erste Symphonie einen Abschied? Wenn ja, wovon? Es ist überaus spannend, dass GSO-Chefdirigent Nicholas Milton dieses brüchige, so kühn-neue, faszinierende Werk ans Ende seiner Amtszeit setzt. Denn Mahler läutete nichts anderes als das Ende einer Epoche ein, verarbeitete klassisch-romantische Trümmer – aus denen aus seiner Feder später die moderne Musik entstand. Also, ja, die Erste war ein Abschied, aber durchaus auch ein Aufbruch … In der ersten Konzerthälfte präsentiert Milton zwei musikalische Grüße aus seiner Heimat Australien, die Aborigine- und westeuropäische Traditionen verbinden: Peter Sculthorpes schmerzlich-schöner „Earth Cry“ (Schrei der Erde) und William Bartons Didgeridoo-Meditation „Birdsong at Dusk“ (Vogelgesang in der Dämmerung).