Fünf Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine erinnert dieses Konzert an die ungeheuren Schätze, die die osteuropäische Kulturgeschichte zu bieten hat. Die polnische Dirigentin Barbara Dragan präsentiert ein zwischen Polen und Russland beheimatetes Programm: Nach einer Ouvertüre von Stanisław Moniuszko, dem Vater der Polnischen Nationaloper, spielt der Dresdner Cellist Friedrich Thiele ein Konzert, das sich vor den bekannten Werken dieser Gattung nicht verstecken muss: Der in Polen geborene Mieczysław Weinberg brachte es 1956 in Moskau zu Papier. Und Weinbergs Mentor, der Russe Dmitri Schostakowitsch, beschließt das Konzert: Seine Neunte ist ein komplexes Werk, das in der Sowjetunion teils für Kopfschütteln sorgte, außerhalb aber umso mehr zu beeindrucken wusste.