Unbewusst, höchste Lust: Wie Richard Wagner schon im Vorspiel zu seiner Oper „Tristan und Isolde“ den Zuhörern den Boden unter den Füßen wegzieht, sowohl harmonisch als auch emotional, und damit von Anfang an auf Isoldes Liebestod zielt, sucht seinesgleichen. Reduziert auf ein Streichsextett, ist hier der fein gearbeitete Kern dieser Kunst zu erkennen. Mit seiner 7. Symphonie trauerte Anton Bruckner später um den gerade verstorbenen Wagner – insbesondere das intensive Adagio aus seinem Streichquintett in F-Dur sorgte für diese Siebte als emotionale Vorlage. Und auch das Streichsextett „Verklärte Nacht“, mit dem Arnold Schönberg 1899 das romantische 19. Jahrhundert gewissermaßen beendet, handelt von der Liebe: Beim nächtlichen Parkspaziergang treffen sich Frau und Mann …