8. Mai 2026

Saisonvorstellung 26/27

Zu den Markenzeichen des Göttinger Symphonieorchesters (GSO) gehört, viele interessante, oft junge, aufstrebende Solist:innen und Dirigent:innen zu präsentieren. Laut der Pläne, die GSO-Geschäftsführerin Franziska Vivaldi und Prof. Dr. Nicholas Milton AM, Künstlerischer Leiter und Chefdirigent, heute vorstellten, darf sich das Publikum auch in der Spielzeit 26/27 auf besondere Erlebnisse mit vielen aktuellen Protagonist:innen der deutschen und internationalen Musikszene freuen.  

Der Hornist Felix Klieser spielt in seiner Heimatstadt Göttingen Rolf Martinssons „Soundscape“. Der Didgeridoo-Virtuose William Barton bringt Klänge aus Miltons Heimat Australien mit. Und in Orffs „Carmina Burana“ sind neben Floriana Cicio (Sopran), Vuiysa Xipu (Tenor) und William Desbiens (Bariton), zahlreiche Göttinger Chöre zu erleben. Nicht entgehen lassen sollte man sich zudem Frank Dupree und sein in Klassik und Jazz bekanntes Trio, die sich – mitunter ganz neu – Gershwins Klavierkonzert vornehmen.

Hinzu kommen Streicher wie Rosa Donata Milton, die Ehefrau des GSO-Chefdirigenten, Ellinor D‘Melon und Ava Bahari (alle Violine), Nadège Rochat, Benett Tsai und Friedrich Thiele (alle Violoncello) und Dominik Wagner (Kontrabass, hier originellerweise solistisch) sowie Vincent van Amsterdam (Akkordeon), Mary Carewe (Sängerin), Christian Schmitt (Orgel), Alexander Krichel (Klavier), Lucienne Renaudin Vary (Trompete), Tanya Durán-Gil (Sopran), Patrick Rohbeck (Erzähler) und viele andere.

Schaut man auf die Liste der namhaften Dirigent:innen, die in der Saison 26/27 beim GSO am Pult stehen, bestätigt sich erneut ein erfreulicher Trend, der seit einigen Jahren international zu beobachten ist: Die einst komplett unterrepräsentierten Dirigentinnen sind genauso wie die Solistinnen gut vertreten. Dieses Mal sind es Barbara Dragan, Katharina Müllner und Josephine Korda, die beweisen, dass beeindruckende Interpretationen keineswegs dem männlichen Geschlecht vorbehalten sind. Neben Nicholas Milton stehen zudem Andreas Schüller, Daniel Geiss, Ryusuke Numajiri und Evan-Alexis Christ am Pult.

Der Erfolg gibt dem GSO recht. So konnten die Zahl der Abonnementplätze im Vergleich zur Vorsaison um 17 Prozent gesteigert und die Abonnementverkäufe im Vergleich zur Saison 22/23 gar verdoppelt werden. Die aktuelle Auslastung bei den Eigenveranstaltungen zum Stichtag 30. April beträgt stolze 91 Prozent. 

Doch die internationale Musikszene kommt zu den Symphoniekonzerten, Sonntags­matineen, Promenadenkonzerte und sonstigen besonderen Events wie etwa „An Evening with James Bond“ nicht nur nach Göttingen. Das GSO geht auch auf Reisen: durch ganz Niedersachsen und weit darüber hinaus, etwa zu Gastspielen im Concertgebouw Amsterdam, in Rotterdam und in der Kölner Philharmonie.

Wie gewohnt schreibt das GSO die Nahbarkeit seiner vielen ansprechenden Formate in der Stadthalle Göttingen und an den anderen Veranstaltungsorten groß: Im horizonte-Festival für zeitgenössische Musik und mit dem „Symphonic Space“ werden in der Heimatstadt besondere Erlebnisse geschaffen – im Konzertsaal ebenso wie mitten in der Stadt, nahbar und im direkten Dialog mit dem Publikum. Mit zahlreichen Education-Projekten, fünf Schülerkonzerten sowie partizipativen Formaten wie dem „Symphonic Mob“ möchte das GSO insbesondere junge Menschen für Musik begeistern und kulturelle Teilhabe ermöglichen.

SIEBEN SYMPHONIEKONZERTE

Die Symphoniekonzerte sorgen für die perfekte Mischung aus Tradition und Experimentierfreude: sieben der wichtigsten Symphonien aus Klassik, Romantik und Moderne – darunter Brahms’ Zweite, Tschaikowskys Vierte und Schostakowitsch’ Neunte. Dazu sieben Konzerte – etwa Brittens Violinkonzert oder Dvořáks Cellokonzert – mit faszinierenden, überaus vielversprechenden Solist:innen sowie schwungvolle Ouvertüren, deren Vielseitigkeit besticht. Eine Einladung an alle Musikliebhaber:innen, die eine Quintessenz der vergangenen GSO-Spielzeiten erleben und sich zugleich überraschen lassen möchten.

FÜNF SONNTAGSMATINEEN

Im Zentrum dieser fünf Konzerte an Sonntagvormittagen stehen Symphonien von Mozart, Schumann, Saint-Saëns, Beethoven und Dvořák, die von ihrer Geburtsstunde an in höchster Publikumsgunst stehen. Mit dabei sind Mozarts „Jupiter-Symphonie“, Saint-Saëns’ große „Orgel-Symphonie“ und Dvořáks Symphonie „Aus der neuen Welt“. Und dass die teils überraschenden, teils etablierten oder teils kaum zuvor gehörten Stücke, die Nicholas Milton und drei Gäste am Pult präsentieren, ebenso mitreißen werden, sei hier ausdrücklich versprochen: etwa „heliosis“ (Sonnenstich) der Wiener Komponistin Hannah Eisendle sowie Brahms’ zweites Klavierkonzert.  

VIER PROMENADENKONZERTE

Wer es außergewöhnlich mag, ist in dieser Konzertreihe genau richtig. Hier ist kein Konzert wie das andere, hier lässt man sich allabendlich auf Neues ein. Mal kennt man die Melodien aus dem Kino wie „Der Polarexpress“, mal aus dem Schulchor wie Orffs „Carmina Burana“ und mal von der Opernbühne. Doch stets sind es die neuen Kombinationen oder das ungewohnte Geschehen auf der Bühne, die überraschen. Das ist einer der sehr sympathischen Charakterzüge des Göttinger Symphonieorchesters: Das erfrischt, das macht wach!

DREI FAMILIENKONZERTE

„Eine kleine Nachtmusik“, „Orchestersteckbrief“ und „Krach mit Bach“: Die Familienkonzerte sind speziell auf das junge Publikum abgestimmt. Sie haben ein thematisches Konzept, das die Musik mit Geschichten und visuellen Elementen verbindet, um die Vorstellungskraft der Kinder zu wecken. Mit dabei sind ausgewiesene Profis der Education-Szene: neben Dirigent Jason Weaver die Moderator:innen Juri Tetzlaff und Karin Meissl. Und Jörg Schade, Carl-Herbert Braun und Meike Leluschko treten sogar als J.S. Bach, G. F. Händel und Mozarts Constanze auf. 

ABSCHIEDSKONZERT „FINALE“

Gustav Mahlers erste Symphonie: Spannend, dass GSO-Chefdirigent Nicholas Milton dieses brüchige, so kühn-neue, faszinierende Werk ans Ende seiner Amtszeit setzt. Denn Mahler läutete nichts anderes als das Ende einer Epoche ein, verarbeitete klassisch-romantische Trümmer – aus denen aus seiner Feder später die moderne Musik entstand. In der ersten Konzerthälfte präsentiert Milton zwei musikalische Grüße aus seiner Heimat Australien: Peter Sculthorpes schmerzlich-schöner „Earth Cry“ und William Bartons Didgeridoo-Meditation „Birdsong at Dusk“.

FÜNF KAMMERKONZERTE

Die kleine, feine Konzertform hat viel zu bieten: zeitlose Abendständchen mit Flöte, Violine und Viola, namhafte Streichquartette mit dem Gauss-Quartett Göttingen sowie zwei Violoncelli im seltenen Duo. Außerdem ist zu hören, wie Bruckner und Schönberg auf Wagner Bezug nehmen und wie die GSO-Praktikant:innen ihr ganz eigenes Konzert gestalten. Diese Klangvielfalt ist Programm, präsentieren sich die GSO-Musiker:innen hier im direkten Kontakt mit dem Publikum doch mit allem, was sie auszeichnet. Und mit dem besonderen Konzertabend „Salut dʼamour“ (nicht im Abo) laden die Violinistin Rosa Donata Milton und Nicholas Milton am Klavier das Publikum zu einer sehr persönlichen musikalischen Reise ein. Das Programm bleibt dabei bewusst eine Überraschung.

FÜR KLEIN UND GROSS

Das Verständnis und die Wertschätzung von klassischer Musik ist ein Leben lang von unschätzbarem Wert. Aus diesem Grund setzt sich das GSO engagiert für die Musikvermittlung für Kinder ein, um sie auf eine musikalische Reise zu schicken und sie für die Schönheit und Vielfalt der klassischen Musik zu begeistern. / Bei den Pizzi & Cato-Club-Events können Kinder die Musiker:innen des Orchesters kennenlernen, Fragen stellen und die unterschiedlichsten Instrumente hautnah erleben. / Das Klasse-Klassik-Programm ist das GSO-Angebot für Schulen und Kitas, den Orchesterbetrieb aus nächster Nähe kennenzulernen. Seit Gründung des Clubs 2012 konnte das GSO bereits mehr als 1.400 Kinder als Club-Mitglieder begrüßen. / Das GSO arbeitet im Rahmen einer Patenschaft regelmäßig mit dem Jugend-Sinfonie-Orchester Göttingen zusammen. Profimusiker:innen leiten beispielsweise Registerproben des Orchesters oder treten gemeinsam mit den Nachwuchsmusiker:innen auf. Bereits zur Tradition geworden ist ebenfalls die Zusammenarbeit mit dem Orchester der Goetheschule in Einbeck. / Gemeinsam mit der Stiftung Jugend musiziert Niedersachsen und mit Unterstützung der AKB Stiftung arbeitet das GSO regelmäßig mit jungen Preisträger:innen des Wettbewerbs, die gerade dabei sind, ihr Studium an einer renommierten Hochschule aufzunehmen. / Dirigierstudent:innen der Zürcher Hochschule der Künste aus der Dirigierklasse von Christoph-Mathias Mueller kommen ebenso in den Genuss zahlreicher Dirigierseminare wie die der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.

SYMPHONIC MOB

Wenn sich im Spätsommer vor dem Alten Rathaus der Symphonic Mob in gleichfarbigen T-Shirts zusammenfindet, ist nichts Geringeres als Göttingens größtes Orchester zu bestaunen! Alle, die ein Instrument spielen, sind herzlich eingeladen, sich anzumelden, vereinfachte Noten zu studieren und an einer gemeinsamen Probe mit dem GSO unter der Leitung von Chefdirigent Nicholas Milton teilzunehmen. Auf dem Programm steht Bekanntes, Beliebtes, nicht allzu Schweres von Bizet, Prokofjew, Grieg und Elgar. Zuhörer:innen sind natürlich genauso willkommen. 

SYMPHONIC SPACE

Musik mit kleinen Besetzungen lässt sich leicht transportieren und überall dort aufstellen, wo sie die Menschen erreicht: Der Symphonic Space, mit dem das GSO erstmals 2025 den öffentlichen Raum bespielte, wird fortgesetzt. Die kostenlosen Minikonzerte direkt in der Innenstadt laden ein zum spontanen Musikgenuss, zum Mitmachen für Jung und Alt sowie zum lockeren Gespräch. Hier trifft das Publikum GSO-Mitglieder, Solist:innen und Dirigent:innen, kann sich über Pläne und Programme informieren und singt vielleicht sogar mit. 

CONCERT FOR ALL SENSES

Musik hören, fühlen, erleben: Das Concert for all senses geht in die zweite Runde. In der besonderen Atmosphäre des zufall.lab Göttingen werden die Grenzen zwischen Klang, Raum und Wahrnehmung neu verhandelt. Dieses Konzertformat, das in Kooperation mit den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen präsentiert wird, spricht sowohl neugierige Erstbesucher:innen als auch erfahrene Konzertgänger:innen an.

GRENZGÄNGE – FESTIVAL FÜR ZEITGENÖSSISCHE MUSIK

Mit dem horizonte-Festival für zeitgenössische Musik stellt das GSO seit 2024 Veranstaltungen auf die Beine, die Genregrenzen überwinden, Räume für Dialog schaffen, Augen und Ohren für das Neue und Andere öffnen wollen, und vernetzt sich mit Kulturschaffenden und Kooperationspartner:innen von nah und fern. Im Juni 2027 widmet sich das Festival dem Thema „Grenzgänge“: Wo stehen wir heute, welche Grenzen haben wir im Kopf, wenn wir an „Ost“ und „West“ denken? Wie können wir Grenzen, die wir in unseren Köpfen ziehen und auf denen gesellschaftliche Ausgrenzung und Stigmatisierungen wachsen, erkennen und überwinden? 

UNTERWEGS

Die Reiseziele des Göttinger Symphonieorchesters in dieser Spielzeit sind zahlreich und namhaft. Nach den Auftritten im Concertgebouw Amsterdam in den letzten drei Spielzeiten ist dort nun ein Valentinskonzert geplant; dass das GSO jetzt jährlich in diesen zu den allerbesten der Welt zählenden Konzertsaal eingeladen wird, verdeutlicht die hohe Wertschätzung. Mit Filmmusik reist das Orchester in dieser Saison außerdem nach Eindhoven und Rotterdam. Und neben der Rückkehr in schöne Säle wie das Scharoun Theater Wolfsburg, das konzert theater coesfeld und das Theater Hameln sowie etwa nach Tübingen und Meppen führen Einladungen im Rahmen der traditionellen Neujahrstournee das GSO durch ganz Niedersachsen. Mit „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ reist es zudem zur Glocke in Bremen, zum Kongress Palais Kassel und mit einem Filmmusikprogramm zur Kölner Philharmonie. Zudem stehen gleich vier Auftritte bei den Weilburger Schlosskonzerten an. 

DETAILS ZUR SAISON 26/27

Der Aboverkauf startet jetzt, Einzeltickets sind ab dem 22.05.26 erhältlich.

Informationen zu Tickets und Abonnements (mind. 25 Prozent Rabatt auf den regulären Ticketpreis), das gesamte Kalendarium sowie die Saisonbroschüre als PDF finden sich auf www.gso-online.de